Berichte über den Verein

 

Zeitungsbericht AZ Landskrone
26.03.2016

Bodenheimer Kleintierzuchtverein „P 120“ widmet sich seit 40 Jahren hauptsächlich Kaninchen

 
BODENHEIM - In aller Seelenruhe mümmelt das Kaninchen der Rasse „Löwenköpfchen Rhön“ vor sich hin. Ostern interessiert den wuscheligen, grau-weißen Kerl überhaupt nicht. Das Wichtigste ist, dass immer Wasser und genügend Kraftfutter bereit stehen. Und gegen eine Streicheleinheit von Andreas Becker, Vorsitzender des 1976 gegründeten Kleintierzuchtvereins „P 120“, hat das Tier auch nichts einzuwenden. „Hier unten wohnt der Nachwuchs des Löwenköpfchens“, erklärt der Züchter und zeigt auf einen Stall, der sich zwei Etagen unter der Behausung des Rammlers befindet.

Dort ist eine „Löwenköpfchen Rhön“-Dame am Futtern, ihr Jungtier und vier Neugeborene sind bei ihr. „Da hinten liegen die Babys noch im Nest“, erklärt Beckers Lebensgefährtin Mira Stallmann (34), die das Hobby der Kleintierzucht mit ihm teilt und die Vereinskasse führt. Tatsächlich, im Stroh raschelt es, aber die Winzlinge sind nicht zu erkennen. Die „Löwenköpfchen“-Frau hat für dieses Jahr ihre Schuldigkeit getan und zwei Würfe abgeliefert. „Für 2016 ist jetzt Schluss“, sagt Andreas Becker.

Was Hasen mit Ostereiern zu tun haben? Die Züchter zucken mit den Schultern. Und weisen darauf hin, dass Hasen in Feld und Flur anzutreffen sind, aber nicht im Verein. Der widmet sich ausschließlich Kaninchen – ein wichtiger Unterschied. Kaninchen sind kleiner, geselliger. Der Hase ist hingegen kräftiger und viel schneller, denn er muss im freien Feld Raubtieren entkommen können, die Jagd auf ihn machen. Hasen und Eier sind Zeichen der Fruchtbarkeit, die an Ostern eine wichtige Rolle spielen, seit Jahrhunderten wird Kindern die Mär erzählt, der Hase verstecke die Ostereier im Garten.

An diesem Wochenende versteckt auf dem 7800 Quadratmeter großen Vereinsgelände von „P 120“ in Bodenheim niemand bunte Eier. „Aber wer will, schaut an den Feiertagen vorbei, Nicht-Vereinsmitglieder sind auch willkommen“, erläutert Becker und zeigt auf das gepflegte, begrünte Gelände unweit der Seurreallee, in dessen Mitte sich auch ein Kinderspielplatz befindet. Während die Erwachsenen auf der Terrasse der vom Verein verpachteten „Hasenklause“ Speisen und Getränke genießen, können die Kinder spielen und toben. Um das Spielgelände herum befinden sich zwölf Kleingarten-Parzellen des Vereins, zehn davon haben Mitglieder gepachtet, um hier Kleintiere oder Geflügel zu züchten.

Elf verschiedene Rassekaninchen-Arten hegt und pflegt der Verein. Er beherbergt außerdem Vogelzüchter. So stieg auch Andreas Becker ein, der den Verein seit sieben Jahren führt. „Als Sechsjähriger züchtete ich Kanarienvögel und Wellensittiche. Als ich mit 22 Jahren eine Parzelle übernehmen konnte, kamen die Kaninchen dazu“, erzählt er. „Russen, schwarz-weiß, waren meine erste Rasse“, erinnert er sich. In den 16 Jahren seiner Züchtertätigkeit hatte er sechs bis sieben verschiedene im Stall, von „Farbenzwergen“ bis „Blaue Wiener“ und „Weiße Neuseeländer“.

Vom Wesen her sind alle unterschiedlich, die „Blauen Zwergwidder“ beispielsweise sind recht ruhig und zutraulich. Namen haben die Tiere nicht, Becker möchte keine allzu enge Beziehung zu ihnen aufbauen – schließlich schlachtet er sie, für den Eigenverbrauch oder Verkauf. Immer einmal im Jahr, kurz vor Weihnachten, ist das der Fall. „Die Tiere, die nicht für die Zucht in Frage kommen, werden aussortiert“, erläutert er. Damit es im Stall nicht zu voll wird, werden zudem für die Zucht geeignete Rassetiere während des gesamten Jahres weiterverkauft, auch bei Ausstellungen wechseln sie den Besitzer.

Vereinsnachwuchs fehlt

Von Wellensittichen ist Becker mittlerweile abgekommen, heute sind es Kakadus und Amazonen, die er aufzieht. Warum pflegt er das Hobby schon seit Jahren? Die Tierzucht bereitet ihm Freude, und er schätzt besonders den Zusammenhalt im Verein. „Außerdem habe ich so einen guten Ausgleich zum Beruf“, meint der Immobilienverwalter. Leider seien aber immer weniger Jugendliche Mitglied im Verein, mit Veranstaltungen wie der „Schmusekaninchenaktion“ im Rahmen der Sommerferienspiele der VG versucht „P 120“, gegenzusteuern und Interesse zu wecken.

Gleichwohl sind von den 280 Mitgliedern aus den Glanzzeiten in den 80er Jahren nur noch 103 übrig. „Die Jugend zieht nicht mehr mit“, stellt Becker nüchtern fest. Über Fusionen mit anderen Vereinigungen denken die Bodenheimer, die sich übrigens durch Orts- und Verbandsgemeinde bestens unterstützt fühlen, nicht nach. Aber sie kooperieren eng, etwa mit den Kollegen in Gau-Bischofsheim.

 

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/bodenheimer-kleintierzuchtverein-p-120-widmet-sich-seit-40-jahren-hauptsaechlich-kaninchen_16759458.htm

 

Zeitungsbericht AZ Landskrone 15.10.2013        

 

Das Gründungsmitglied des Kleintierzuchtverein P 120
Peter Mayer mit Frau Wilma und Kaninchen.
Foto: hbz/Jörg Henke
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Das Vereinsgelände des Kleintierzuchtvereins P 120 Bodenheim, das sich am Kreisel an der nördlichen Grenze der Gemeinde angesiedelt hat, ist ein wahres Kleinod. Viele Besucher kennen das Gelände vom Besuch der Vereinsgaststätte „Zur Hasenklause“.

Einmal im Jahr wird Bodenheim zum Anziehungspunkt für Menschen aus großen Teilen Deutschlands sowie dem Beneluxgebiet und Frankreich.

Am 9. und 10. November findet die 23. Offene Rheinhessenschau statt. 800 Tiere und 150 Züchter aus Rheinland-Pfalz, aber auch Berlin und dem Emsland, werden erwartet. „Nach der Landesschau ist das die größte Schau in unserem Landesverband“, sagt Hans-Peter Schnell. Das lockt auch Fachpublikum aus dem europäischen Ausland in die Bodenheimer Sport- und Festhalle. Mit 120 Mitgliedern – rund 15 davon sind Jugendliche – und acht aktiven Züchtern ist der Verein gut aufgestellt. Das 7000 Quadratmeter große Vereinsgelände wurde 1992 per Erbpacht von der Ortsgemeinde übernommen, alles, was draufsteht, ist Vereinsbesitz.

Seit drei Jahren ist Andreas Becker Vorsitzender des Vereins. 1997, als 19-Jähriger, trat der passionierte Tierzüchter ein. „Ich züchte seit 30 Jahren Vögel“, erzählt das Mitglied des Undenheimer Vogelschutzvereins.

Für die Arbeit ist zu einem erheblichen Teil die Familie Schnell zuständig. Vater Hans-Peter, früher neun Jahre lang Vorsitzender, seine Frau Heide, Sohn Tobias und dessen Gattin Katrin Schnell machten in den letzten Jahren den Vereinsmeister-Titel unter sich aus. Inzwischen ist nur noch Tobias Schnell aktiv. Der 35-Jährige züchtet seit 28 Jahren Zwergwidder weiß Rotaugen. Zudem absolvierte der Industriekaufmann die dreijährige Ausbildung zum Preisrichter. 1972, im Gasthaus zum Gauberg, wurde der Verein gegründet. Damals legten die Züchter den Grundstein für das Vereinsgelände, indem sie Bausparverträge abgeschlossen haben. So konnte der Verein von 1992 bis 1994 insgesamt 120000 D-Mark in die Hand nehmen. Das Resultat kann viermal die Woche im von Doris Guthmann gepachteten und für jedermann offenen Vereinslokal besichtigt werden – oder beim jährlichen Sommerfest im Juli, wo es traditionell das von Hans-Peter Schnell zubereitete Kaninchenragout gibt, zubereitet nur aus „eigenen“ Tieren. „Man muss sich ja nichts vormachen: Zucht heißt Selektion und Auslese“, erklärt Schnell. Tiere, die nicht zur Zucht taugen, kommen zur Schlachtung oder werden als „Schmusekaninchen“ verkauft.

 

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/13527644.htm

 
     

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